Eine ganze Welt beginnt mit einer einzigen Idee.
Du möchtest eine eigene Fantasiewelt erfinden, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Für eine spannende Geschichte brauchst du keine riesige Landkarte und auch nicht tausend erfundene Namen. Oft reicht eine einzige Idee, die deine Welt besonders macht.
Vielleicht gelten dort andere Regeln als bei uns. Vielleicht wachsen Häuser auf Bäumen, Farben verschwinden über Nacht oder Tiere können miteinander sprechen.
Eine Fantasiewelt wird nicht durch möglichst viele Details lebendig, sondern durch wenige Dinge, die zusammenpassen. Drei Bausteine helfen dir dabei: eine Regel, die alles verändert, das, was man dort sieht, hört und fühlt, und die Wesen, die dort leben.
Mit diesen drei Schritten kannst du deine eigene Welt für eine Geschichte entwickeln.
1. Eine Regel, die alles verändert

Die stärksten Welten haben eine einzige große Besonderheit – eine Regel, die es bei uns nicht gibt. Vielleicht ist es nachts hell und tagsüber dunkel. Vielleicht darf jeder genau einmal im Leben fliegen. Diese eine Regel macht deine Welt einzigartig – und bringt fast von allein Geschichten hervor.
Frag dich: Was ist in meiner Welt anders als bei uns? Und was bedeutet das für die, die dort leben?
Beispiel: In Nebelheim verschwindet jeden Abend eine Farbe – und niemand weiß, ob sie je zurückkommt.
2. Wie sich deine Welt anfühlt

Eine Welt wird lebendig, wenn man sie mit allen Sinnen erlebt. Wie riecht die Luft? Was hört man? Ist es warm oder klirrend kalt? Ein, zwei starke Sinneseindrücke lassen eine Leserin sofort mitten in deiner Welt stehen – viel mehr als eine lange Beschreibung.
Frag dich: Was würde ich als Erstes sehen, hören und riechen, wenn ich dort ankomme?
Beispiel: Es riecht nach warmem Zimt, über den Dächern summt leise Musik, und der Boden fühlt sich an wie weiches Moos.
3. Wer dort lebt

Welten ohne Bewohner bleiben leer. Wer wohnt in deiner Welt – Menschen, Tiere, erfundene Wesen? Wie leben sie zusammen, was ist ihnen wichtig, worüber streiten sie? Die Bewohner machen aus einer schönen Kulisse einen Ort, an dem wirklich etwas passiert.
Frag dich: Wer lebt in meiner Welt – und was wünschen sich diese Bewohner?
Beispiel: In Nebelheim sammeln die Kinder die verschwundenen Farben in Gläsern – wer die meisten hat, darf den nächsten Sonnenaufgang bemalen.
Eine Regel macht deine Welt besonders.
Die Sinne lassen sie lebendig werden.
Ihre Bewohner füllen sie mit Leben.
Vier kleine Zutaten für den letzten Schliff
Wenn Regel, Sinne und Bewohner stehen, hast du schon eine echte Welt. Diese vier Kleinigkeiten geben ihr den letzten Schliff:
Ein Name für deine Welt. Ein guter Name verrät schon die Stimmung – geheimnisvoll, wild oder freundlich.
Eine kleine Landkarte. Zeichne grob, wo was liegt. Das hilft dir, den Überblick zu behalten – und macht riesig Spaß.
Ein Ort voller Magie. Ein Platz, an den deine Figur unbedingt will: ein leuchtender Wald, ein Markt über den Wolken.
Ein Ort, der Angst macht. Jede gute Welt hat eine dunkle Ecke, die man besser meidet. Genau dort wird es spannend.
Für Eltern: helfen, ohne zu übernehmen
Beim Welten-Bauen hilfst du am besten mit neugierigen Fragen statt mit fertigen Antworten. „Was ist in deiner Welt anders als bei uns?" oder „Wer wohnt da?" bringt dein Kind ins Erfinden, ohne ihm die Welt vorzugeben. So bleibt dein Kind der Autor seiner Geschichte. Genau nach diesem Prinzip ist auch Erzählfunke gebaut: Die App stellt Fragen und gibt Impulse – erfunden wird die Welt vom Kind.
Häufige Fragen
Wie detailliert muss eine erfundene Welt sein?
Nicht die Menge der Details macht eine Welt lebendig, sondern wenige, die zusammenpassen. Eine besondere Regel, ein paar Sinneseindrücke und ein, zwei spannende Orte reichen völlig. Den Rest füllt die Fantasie der Leserinnen und Leser von allein.
Muss meine Fantasiewelt komplett anders sein als unsere?
Nein. Oft wirkt eine Welt sogar stärker, wenn fast alles vertraut ist und nur eine Sache anders – dann fällt das Besondere umso mehr auf. Ein einziges „Was wäre, wenn …?" genügt als Ausgangspunkt.
Wie hilft Erzählfunke beim Welten bauen?
Erzählfunke stellt Fragen, die beim Ausdenken helfen – wie sieht es dort aus, wer lebt da, welche Regel gilt? Die Welt selbst erfindet aber immer das Kind. Die App schreibt die Geschichte nicht, sie gibt nur Funken.
Die schönsten Welten passen auf kein Blatt – sie beginnen in deinem Kopf. ✨
