Erzählfunke ist nicht aus einem Businessplan entstanden. Die Idee entstand bei uns zu Hause – aus den Geschichten meines Sohnes Tristan.
Tristan schreibt gerne Geschichten. Er denkt sich Figuren aus, erfindet Welten und hat oft ziemlich genaue Vorstellungen davon, was in seinen Geschichten passieren soll.
Irgendwann haben wir uns gefragt: Wie könnte er diese Geschichten eigentlich so schreiben, dass daraus mehr werden kann als ein paar Seiten Text?
Natürlich kann man einfach ein Heft nehmen und losschreiben. Aber wir wollten eine Möglichkeit finden, mit der er seine Geschichten auch gut tippen, weiterentwickeln und vielleicht sogar bebildern kann. Und wenn man schon dabei ist: Wie toll wäre es eigentlich, wenn daraus am Ende ein richtiges eigenes Buch entstehen könnte? Genau da fing es an.
Eigentlich suchten wir nur ein Werkzeug zum Geschichtenschreiben
Am Anfang ging es gar nicht darum, eine App zu entwickeln. Wir suchten eher nach einer guten Lösung für Tristan. Ein Ort, an dem er seine Geschichten schreiben kann. Der übersichtlich ist, Spaß macht und nicht nach Textverarbeitungsprogramm aussieht. Vielleicht mit Kapiteln. Mit eigenen Bildern. Und mit ein bisschen Unterstützung, wenn man beim Schreiben einmal feststeckt.
Und natürlich kam ziemlich schnell das Thema KI ins Spiel. Denn KI kann Geschichten schreiben. Sogar ziemlich schnell. Aber genau das wollte ich eigentlich nicht. Wenn Tristan eine Geschichte im Kopf hat, warum sollte eine KI sie für ihn schreiben?
Viel spannender fand ich die Frage: Kann KI ihm dabei helfen, seine eigene Geschichte zu erzählen, ohne sie ihm abzunehmen? Das war wahrscheinlich der Moment, in dem aus unserer kleinen Idee am Küchentisch langsam Erzählfunke wurde.
Die KI darf helfen – aber die Geschichte gehört dem Kind
Nach und nach entstand daraus ein Grundsatz, der für Erzählfunke bis heute wichtig ist: Das Kind ist der Autor. Die KI darf begleiten.
Sie kann Fragen stellen, wenn man nicht weiterweiß. Sie kann kleine Impulse geben. Sie kann auf Rechtschreibung aufmerksam machen oder dabei helfen, eine Figur noch genauer zu beschreiben. Aber sie soll nicht einfach auf Knopfdruck die Geschichte übernehmen.
Denn gerade das Nachdenken, Ausprobieren, Verwerfen und Weiterschreiben gehört für mich zum Geschichtenerzählen dazu. Und am Ende soll ein Kind nicht vor einem Buch sitzen, das eine KI geschrieben hat. Es soll sagen können:
„Das ist meine Geschichte."
Und plötzlich wurde die Idee immer größer
Als dieser Grundgedanke einmal da war, kamen ziemlich schnell neue Ideen dazu. Wenn Tristan seine Geschichte dort schreiben kann – könnte man dann nicht auch Bilder dazu erstellen? Könnte jedes Kapitel seine eigene Illustration bekommen? Könnte man die Geschichte anschließend vorlesen lassen? Oder sogar mit unterschiedlichen Stimmen und Geräuschen ein kleines Hörspiel daraus machen? Und wie wäre es, wenn aus all dem am Ende tatsächlich ein eigenes Buch entsteht?
So wurde aus der ursprünglichen Suche nach einem schönen Werkzeug für die Geschichten meines Sohnes nach und nach eine ganze Geschichtenwerkstatt. Viele dieser Ideen sind tatsächlich bei uns zu Hause entstanden. Am Küchentisch, zwischendurch, abends nach meiner eigentlichen Arbeit. Manche wurden ausprobiert und wieder verworfen. Andere sind geblieben und haben Erzählfunke immer weiter wachsen lassen.
Wenn es Tristan hilft – warum nicht auch anderen Kindern?
Irgendwann kam für mich der Punkt, an dem ich dachte: Eigentlich ist Tristan mit diesem Wunsch doch überhaupt nicht allein.
Es gibt so viele Kinder, die fantastische Ideen haben. Die gerne Geschichten erzählen oder sich ganze Welten ausdenken – denen aber manchmal der Anfang fehlt. Oder die irgendwann nicht mehr wissen, wie es weitergehen könnte. Und es gibt Kinder, die vielleicht gar nicht unbedingt lange Texte tippen möchten, ihre Geschichte aber wunderbar erzählen können.
Warum also sollte das, was ursprünglich für meine eigenen Kinder entstanden ist, nicht auch anderen Kindern helfen? Genau daraus ist Erzählfunke gewachsen. Nicht als Maschine, die Kindern möglichst schnell eine fertige Geschichte liefert. Sondern als Ort, an dem ihre eigenen Ideen wachsen können.
Heute können Kinder dort schreiben oder erzählen, Figuren und Welten entwickeln, ihre Kapitel illustrieren lassen und aus ihrer Geschichte ein Buch oder sogar ein eigenes Hörspiel machen. Die Möglichkeiten sind inzwischen viel größer geworden als die Idee, mit der alles angefangen hat. Der wichtigste Gedanke ist aber derselbe geblieben.
„Der Funke begleitet. Das Kind erschafft."
Und vielleicht ist genau das die schönste Entstehungsgeschichte für Erzählfunke: Es begann mit einem Jungen, der gerne Geschichten schreibt – und einer Mutter, die nach einer Möglichkeit gesucht hat, aus diesen Geschichten ein bisschen mehr zu machen.
Herzlich,
Dinah
