Funkenraum · Hinter den Kulissen
Hinter den Kulissen

Kinder und KI: fragen, prüfen, selbst denken

18. September 2026 · 4 Min. Lesezeit · von Dinah
Dinah, Gründerin von Erzählfunke, hält ein Tablet mit der App in einer leuchtenden Fantasiewelt
Geschichten erschaffen Welten – das Kind bleibt der Autor

Ich bin ein Befürworter von KI.

Nicht, weil ich glaube, dass sie alles besser kann. Und schon gar nicht, weil ich finde, dass sie uns das Denken abnehmen sollte.

Sondern weil ich erlebe, wie hilfreich sie sein kann.

KI ermöglicht mir, mich in Themen einzuarbeiten, für die ich früher viel schneller auf die Expertise anderer angewiesen gewesen wäre. Sie erklärt mir Zusammenhänge, hilft mir, Fragen zu stellen, Ideen weiterzudenken und Dinge auszuprobieren.

Ich vertraue nicht blind, sondern meinem Verstand

Aber: Ich glaube nicht automatisch, was sie mir sagt.

Ich hinterfrage. Ich prüfe. Ich frage noch einmal nach. Ich entscheide selbst, ob eine Antwort für mich Sinn ergibt.

Eigentlich genauso, wie wir es auch sonst tun sollten.

Nur weil etwas irgendwo geschrieben steht, jemand etwas behauptet oder sehr überzeugend erklärt, muss es noch lange nicht richtig sein.

Warum ich meine Kinder nicht von KI fernhalte

Und genau deshalb finde ich es wichtig, Kinder nicht einfach von KI fernzuhalten.

KI wird Teil ihrer Welt sein. Vermutlich noch viel selbstverständlicher, als sie es heute für uns ist. Also möchte ich meinen Kindern nicht nur zeigen, wie man KI benutzt, sondern vor allem, wie man mit ihr umgeht.

Frag nach. Denk nach. Hinterfrag die Antwort. Und gib dein eigenes Denken nicht ab.

Was das mit dem Erzählfunken zu tun hat

Genau dieser Gedanke steckt auch im Erzählfunken – der Schreib-App, in der Kinder ihre eigenen Geschichten schreiben.

Die KI kann einen Funken geben. Sie kann fragen: Wie sieht deine Figur aus? Wovor hat sie Angst? Was könnte jetzt passieren? Sie kann helfen, wenn ein Kind feststeckt.

Aber die Geschichte schreibt das Kind.

Die Idee gehört dem Kind.
Die Entscheidung gehört dem Kind.
Die Fantasie gehört dem Kind.

Und wenn mein Kind ChatGPT zum Schreiben benutzt?

Diese Frage stellen sich gerade viele Eltern. Meine Antwort ist dieselbe wie oben: Es kommt darauf an, was die KI übernimmt.

Ein Kind kann „Schreib mir eine spannende Geschichte über einen Drachen" eintippen und bekommt einen fertigen Text. Aber dann hat nicht das Kind geschrieben – es hat nur gelesen, was die Maschine ausgedacht hat. Es hat nicht überlegt, wie die Geschichte anfängt, nicht gemerkt, dass die Hauptfigur noch blass ist, nicht die kleine Freude gespürt, wenn ein Satz endlich sitzt.

Schreiben ist nicht Tippen. Schreiben ist Denken.

Deshalb finde ich: Die KI darf beim Schreiben gern helfen – aber an der richtigen Stelle. Sie darf einen Impuls geben, wenn nichts kommt. Nachfragen, wenn eine Figur flach bleibt. Bei der Rechtschreibung helfen, damit der Frust nicht die Freude auffrisst. Nur eines darf sie nicht: die Geschichte selbst schreiben.

Genau so ist die Schreib-App für Kinder, an der ich arbeite, gebaut: Der Funke stellt Fragen und gibt Anstöße – aber jeder Satz im fertigen Buch stammt vom Kind.

Eine Fähigkeit für die Zukunft

Vielleicht ist genau das eine Fähigkeit, die Kinder in Zukunft brauchen werden: nicht ohne KI zu arbeiten – sondern zu wissen, wann sie ihnen hilft und wann sie selbst denken müssen.

Oder besser gesagt: denken dürfen. ✨

Zwei Kinder schreiben gemeinsam an einem leuchtenden Buch
Erzählfunke

Dein Kind schreibt sein eigenes Buch

Die KI gibt nur den Funken – die Geschichte, die Figuren und die Fantasie kommen vom Kind. Am Ende hält es sein eigenes, illustriertes Buch in der Hand.

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