Funkenraum · Hinter den Kulissen
Hinter den Kulissen

Warum ich so viel Herzblut in die Illustrationen stecke

28. Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit · von Dinah
Beispiel-Buchcover im Sternentusche-Stil: das Mädchen Nova in einem verwunschenen Vergnügungspark
So sieht ein fertiges Buchcover aus – erstellt in Erzählfunke.

Ich bin Grafikerin – und für mich gehört zu einem echten Buch ein richtig schönes Bild. Genau deshalb stecke ich so viel Zeit in die Illustrationen von Erzählfunke: Am Ende soll kein lieblos zusammengeklicktes Bild herauskommen, sondern ein Buch, das ein Kind stolz in den Händen hält.

Als ich Erzählfunke gebaut habe, war mir eine Sache von Anfang an klar: Die Geschichte kommt vom Kind. Immer. Der Funke hilft beim Weiterdenken, aber jeder Satz stammt vom kleinen Autor oder der kleinen Autorin. Doch ein geschriebener Text allein macht noch kein Buch, das man immer wieder in die Hand nimmt. Was ein Buch besonders macht, sind die Bilder.

Bilder, die die eigene Geschichte ernst nehmen

Ich habe zu viele Kinder-Apps gesehen, in denen die Illustrationen beliebig wirken: glatt, generisch, austauschbar. Das wollte ich nicht. Wenn ein Kind sich eine Welt ausdenkt, dann verdient diese Welt Bilder, die zu ihr passen – und nicht irgendeinen Standard-Look von der Stange.

„Ein Kind soll sein fertiges Buch aufschlagen und denken: Das ist meins. Und es ist wunderschön."

Ein Motiv, acht Stile

Dieselbe Szene im Aquarell-StilAquarell
Weiche Lasuren, poetische Farbstimmung.
Dieselbe Szene im Comic-StilComic
Klare Konturen, kräftige Farben.
Dieselbe Szene als Fantasy-IllustrationFantasy Illustration
Malerisch, dramatisches Licht.
Dieselbe Szene im Comic-Roman-StilComic-Roman
Düster, filmisch, hohe Kontraste.
Dieselbe Szene als LinolschnittLinolschnitt
Grafisch, wie vom Druckstock.
Dieselbe Szene als PapiercollagePapiercollage
Geschichtete Papierformen.
Dieselbe Szene im Schatten-Tusche-StilSchatten-Tusche
Schwarz-Weiß mit einer Akzentfarbe.
Dieselbe Szene im Sternentusche-StilSternentusche
Künstlerische Manga-Tuschekunst.

Dieselbe Szene, acht Stile – so unterschiedlich kann ein Kinderbuch aussehen.

Damit die Heldin im ganzen Buch gleich aussieht

Eine Sache war mir technisch besonders wichtig – und ich habe die App bewusst genau dafür gebaut: Schon bevor das erste Bild entsteht, fragt Erzählfunke das Kind, wie seine Hauptfigur aussehen soll. Die Nickelbrille, die kurzen roten Haare, der schwarze Kapuzenpulli, die Baggy-Jeans. Das ist mehr als ein Detail: Das Kind trifft damit seine erste kleine Erzähl-Entscheidung und lernt ganz nebenbei, dass eine gute Geschichte klare Figuren braucht, die man sich vorstellen kann.

Das war mir besonders wichtig – und ehrlich gesagt auch der Teil, an dem mein Herz hängt: Sobald das erste Bild – meist das Titelbild – vom Kind übernommen wird, merkt sich Erzählfunke diese Figur und nutzt sie als Referenz für alle weiteren Bilder. So sieht die Heldin auf der Innenseite noch genauso aus wie auf dem Cover – dieselben Haare, dieselbe Brille, dasselbe Kind – über das ganze Buch hinweg. Genau diese Konsistenz macht aus einzelnen Bildern ein echtes, zusammenhängendes Buch.

Titelbild: Nova im Vergnügungspark
Titelbild
Innenseite: dieselbe Figur Nova mit einem Fluggerät
Innenseite

Dieselbe Figur, zwei Seiten – links das Cover, rechts eine Innenseite. Gleiche Haare, gleiche Jacke, gleiches Mädchen.

Warum sich der Aufwand lohnt

Es wäre einfacher, es bei „gut genug" zu belassen. Aber ich glaube, Kinder spüren den Unterschied. Ein liebevoll bebildertes Buch sagt: Deine Geschichte ist etwas wert. Und genau dieses Gefühl – Stolz auf etwas Selbstgemachtes – ist der Grund, warum es Erzählfunke überhaupt gibt.

Am Ende steht ein fertiges, illustriertes PDF, das man ausdrucken, verschenken oder immer wieder vorlesen kann. Für mich ist das der schönste Moment: wenn aus den Wörtern eines Kindes ein richtiges Buch geworden ist – mit Bildern, die es verdient hat.

Herzlich,
Dinah